Die Hygiene-Empfehlungen des Robert Koch Institutes

In deutschen Krankenhäusern stellen Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) ein zunehmendes Problem dar.

Für Krankenhäuser, Alten- und Pflegheime und ambulante Pflegeunternehmen ist die Einhaltung von Hygienebestimmungen besonders wichtig. Zur Vermeidung von Gesundheitseinbußen bei den Patienten und Pflegebedürftigen oder sogar Todesfällen sollten die vom Robert Koch Institut entwickelten Standards eingehalten werden.

Diese Standards basieren auf den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO), wobei sich aus früheren Studien und auch aus einer aktuellen Studie der Université Pierre et Marie Curie in Paris gezeigt hat, dass der Kontakt zu Krankenhausangestellten für nicht Infizierte gefährlicher war als der Kontakt zu anderen Patienten. Das medizinische Personal war und ist demnach das Hauptproblem bei der Verbreitung von Krankenhauskeimen. Häufig ist medizinisches Personal mit MRSA besiedelt, da es immer wieder mit dem Erreger in Kontakt kommt. Bei einer nachgewiesenen Besiedlung sollten die Betroffenen bis zu einer erfolgreich durchgeführten Sanierung nicht mit Patienten in Kontakt treten beziehungsweise konsequent besondere hygienische Maßnahmen einhalten.

Unerlässlich ist zunächst generell eine Basishygiene, zu der auch eine umfangreiche Desinfektion gehört. Dies betrifft nicht nur die Hände, sondern den kompletten Raum und alle Flächen und auch die persönlichen Gegenstände des Patienten und dessen Wäsche sowie den Abfall.

Folgende Maßnahmen sollten aufgrund der Empfehlungen der KRINKO durchgeführt werden:

Information und Schulung des Personals

strikte Einhaltung von Hygieneregeln (zum Beispiel häufiges Desinfizieren der Hände beim Personal)

Screening-Maßnahmen: Testen von Patienten auf MRSA, um Besiedlungen und Infektionen frühzeitig zu erkennen

konsequente Isolierung besiedelter und infizierter Patienten

Sanierung von Patienten, die mit MRSA besiedelt sind

 

Außerdem ist ein kontrollierter Umgang mit Antibiotika sehr wichtig, um einer Verbreitung von multiresistenten Keimen vorzubeugen.

Bei Verlegungen sollten beispielsweise sowohl das Personal, das den Krankentransport durchführt, als auch die andere medizinische Einrichtung über eine MRSA-Besiedlung beziehungsweise -Infektion informiert sein.

Bei einer Entlassung sollte der weiterbehandelnde Arzt informiert werden. Der Patient selbst sollte wissen, wie er sich zu Hause verhalten muss.

Besonders wichtig ist die Art und Dauer des Händewaschens und der Desinfektion. Hände sollen ca. 30 bis 60 Sekunden mit einem Handwaschpräparat gewaschen werden. Bei der Desinfektion der Hände und Unterarme soll des Weiteren die Einwirkungszeit von 1,5 Minuten beachtet werden.

Die Einrichtung soll mit einer ausreichenden Anzahl von medizinischen Handwaschplätzen ausgestattet sein. Derartige Handwaschplätze müssen in Räumen oder in der Nähe von Räumen vorhanden sein, in denen diagnostische oder invasive Maßnahmen stattfinden, in Räumen, die der Vorbereitung solcher Maßnahmen dienen, sowie in unreinen Arbeitsbereichen, bzw. in deren Nähe. Für jedes Patientenzimmer sollte eine für die Beschäftigten leicht erreichbare Waschgelegenheit möglichst in der Sanitärzelle verfügbar sein, die wie der Handwaschplatz ausgestattet sein soll, damit sie im Bedarfsfall vom Personal genutzt werden kann. Der Handwaschplatz muss mit wandmontierten Spendern für Händedesinfektionsmittel und Handwaschpräparat und mit Einmalhandtüchern ausgestattet sein. Die  Bedienung  soll durch eine verlängerte Hebelarmatur oder durch Fuß- oder Knieauslösung erfolgen, um eine Weiterverbreitung von Krankenhauskeimen zu verhindern. Die Entsorgung von Einmalhandtüchern hat aus einem  Sammelbehälter (einem Papierkorb oder einem Plastiksack) zu erfolgen. Eine regelmäßige Entleerung soll erfolgen. 

Händedesinfektion sollen immer bei folgenden Indikationen durchgeführt werden:

unmittelbar vor direktem Patientenkontakt,

unmittelbar vor aseptischen Tätigkeiten,

unmittelbar nach Kontakt mit potentiell infektiösem Material,

nach Kontakt mit der direkten Patientenumgebung,

nach direktem Patientenkontakt.

 

Das gilt unabhängig davon, ob nachfolgend nicht sterile oder sterile Einmalhandschuhe angelegt werden.

Die KRINKO weist in ihren Empfehlungen darauf hin, dass es fraglich sei, inwieweit diese Vorgaben auch tatsächlich eingehalten werden. Bei einer in 109 Krankenhäusern vorgenommenen Datenerhebung sei deutlich geworden, dass nur eine Compliance von durchschnittlich 73 % bestehe, diese Rate u.a. auch nur dadurch erreicht wurde, weil das an der Untersuchung beteiligte Personal unter direkter Beobachtung der Händedesinfektionen stand.   Auf Grund des Stellenwerts der Händehygiene sei es aber erforderlich, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um eine maximale Compliance zu erreichen. Die KRINKO weist auch darauf hin, dass bei Manipulationen an zentralen oder peripheren Gefäßzugängen die Compliance am geringsten war und dass die im Rahmen der nationalen Händehygienekampagne 2014 aus 109 Krankenhäusern und 576 Stationen gewonnenen Complianceraten je nach Berufsgruppe nur zwischen 64 % und 77 %  und je nach Fachrichtung zwischen 64 % und 83 % lagen.

Schildern Sie uns Ihren Fall und fügen Sie - wenn möglich - ein Gedächtnisprotokoll bei. Ansprechpartnerin ist Rechtsanwältin Dr. Petra Brockmann.