Medizinproduktehaftung

Medizinprodukte sind heute in der ärztlichen Behandlung nicht mehr weg zu denken. Medizinprodukte sind etwa Bandscheibenprothesen, Hüftprothesen, implantierte Cardioverter Defibrillatoren, Herzschrittmacher, Brustimplantate, Kontaktlinsen etc., um nur eine kleine Auswahl der Medizinprodukte zu nennen.

Gerade bei Hochrisiko-Medizinprodukten können die Folgen, sollte sich das Produkt als fehlerhaft herausstellen, gravierend sein. So hatte beispielsweise das Unternehmen Signus Medizintechnik die Bandscheibenprothese vom Typ „Galileo“ zurückgerufen, da den Prothesen ein nicht kalkulierbares Restrisiko immanent war. Dies könne im Extremfall zu einer Querschnittslähmung führen. Den betroffenen Patienten wurde geraten, die Bandscheibenprothese zu explantieren (vgl. Schreiben der Signus Medizintechnik vom 08.03.2010). Die Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen.

Ist dem Patienten infolge eines fehlerhaften Medizinproduktes ein Schaden entstanden, können Schadensersatzansprüche einschließlich Schmerzensgeld geltend gemacht werden. Dabei kommen Haftungsansprüche aus  § 1 ProdHaftG sowie deliktische Schadensersatzansprüche gem. § 823 Abs. 1 BGB, § 823 Abs. 2 BGB  in Verbindung mit einem Schutzgesetz in Betracht.

Insbesondere können auch die behandelnden Ärzte und Krankenhäuser auf Schadensersatz haften. Dieser Weg kann vor allem dann interessant sein, wenn zugunsten des Patienten eine dreifache Vermutung greift: Die Vermutung, dass der Behandlerseite eine Pflichtverletzung unterlaufen ist, dass diese Pflichtverletzung schuldhaft erfolgte und diese für den Primärschaden kausal war.

Wir beraten Sie gerne, welche haftungsrechtlichen Ansprüche bestehen und welches Vorgehen in Ihrem Fall sinnvoll ist. Sprechen Sie uns gerne im Rahmen eines kostenfreien Erstgesprächs an.

Probleme mit Ihrer Bandscheibenprothese? Ihre Rechte auf Schmerzensgeld und Schadensersatz

Als geschädigtem Patienten können Ihnen sowohl Schmerzensgeldansprüche wie auch Ansprüche auf Ersatz der materiellen Schäden wie Haushaltsführungsschaden, Verdienstausfall etc. zustehen.

Rückenschmerzen als häufiges Leiden

Bruch Ihrer Hüftprothese oder Bruchrisiko? Wir prüfen Ihre Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche

Sollten Sie den Verdacht haben, dass in Ihrem Fall eine fehlerhafte Hüftprothese implantiert wurde oder sonstige Fehler bei der Operation erfolgt sind, prüfen wir Ihre möglichen Ansprüche gegenüber dem Hersteller aus Produkthaftung und dem jeweiligen Krankenhaus bzw. Arzt wegen Behandlungsfehler oder unzureichender Aufklärung. Als geschädigtem Patienten können Ihnen sowohl Schmerzensgeldansprüche wie auch Ansprüche auf Ersatz der materiellen Schäden wie Haushaltsführungsschaden, Verdienstausfall etc. zustehen.

Ranier Technology Bandscheibenprothesen – Hahn Rechtsanwälte vertritt betroffene Patienten

Das Ausmaß ist insgesamt noch gar nicht absehbar“, so Rechtsanwältin Dr. Petra Brockmann, die bereits betroffene Patienten vertritt. Nicht nur das Klinikum Leer bzw. dort behandelte Patienten sind betroffen. Im Norden hat beispielsweise auch die Imland Klinik Rendsburg Bandscheibenprothesen des Herstellers Ranier Technology Ltd. verwendet.

Fehlerhafte Bandscheibenprothesen des Herstellers Ranier Technology – Ihre Rechte auf Schadensersatz und Schmerzensgeld

Nach Angaben der Kaufmännische Krankenkasse in Hannover sollen über 11.000 Bandscheibenprothesen des britischen Herstellers Ranier Patienten eingesetzt worden sein. Die Ranier Technology Ltd. hatte im Februar und April 2014 zu einigen Chargen der Cadisc-L-Wirbelsäulenersatzsysteme eine dringende Sicherheitsmitteilung herausgegeben bzw. entsprechende Rückrufe veranlasst. Ein Nachlassen des Leistungsverhaltens der Bandscheibenprothese soll zwischen drei und vier Jahren nach der operativen Einsetzung eintreten.

EuGH: Potentieller Fehler von Medizinprodukten kann Prospektfehler im Sinne von § 1 ProdHaftG begründen

Ist ein Produkt fehlerhaft im Sinne der Produkthaftungsrichtlinie 85/374/EWG des Rates vom 25.07.1985, wenn Produkten aus der Serie bzw. Produktgruppe ein Sicherheitsrisiko immanent ist, aber nicht mehr geklärt werden kann, ob der Fehler auch dem konkreten Produkt anhaftet?

Unter anderem mit dieser Fragestellung hat sich jüngst der Europäische Gerichtshof (EuGH) in zwei Fallkonstellationen befasst und dieses im positiven Sinne entschieden (Rechtssachen C-503/13 und C-504/13, Urteil des EUGH vom 05.03.2015).