Die Symptome und die Therapie bei einer MRSA-Infektion

Der gefährliche MRSA-Krankenhauskeim taucht immer wieder in Kliniken und ist auf das Antibiotikum Methicillin resistent. Die sogenannten resistenten Keime tauchen bei Menschen und Tieren auf, aber auch in Käse oder Rohwurst. Krankheitserreger werden resistent gegen Antibiotika, weil wir diese in Partikeln mit unserer Nahrung aufnehmen, zum Beispiel im Fleisch von Geflügel, das mit Antibiotika behandelt wurde.

Nicht jede Besiedlung mit Krankenhauskeimen, zum Beispiel dem MRSA-Keim, ruft Symptome hervor. Man kann einen resistenten Keim in sich tragen ohne dadurch zu erkranken. Zwar ist man Träger, auch potentieller Überträger des Keims, Krankheitszeichen müssen aber nicht auftreten. Gefährlich kann dieser Keim erst für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem werden, also etwa für Aids- oder Krebspatienten oder ältere Menschen, die unter  verschiedenen Krankheiten leiden. Auch nach einer Operation besteht ein erhöhtes Risiko,  dass eine MRSA-Infektion auftritt. Die Übertragung erfolgt in der Regel durch unhygienisches Hantieren des Patienten oder des Krankenhaus-Personals (lesen Sie dazu unseren Beitrag „Die Hygiene-Empfehlungen des Robert Koch Institutes“)

Im Falle einer Übertragung treten unterschiedliche Symptome auf.

So können sie lokal und oberflächlich auftauchen und betreffen dann z.B. die Haut in Form von eitrigen Entzündungen - beispielsweise als Furunkel oder einem Abszess. Liegen nach einer Operation Hautwunden vor, treten die  Symptome in Form einer Wundinfektion auf.

Eine tiefergehende MRSA-Infektion kann etwa in der Form von Mittelohrentzündungen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Entzündungen der Brustdrüse, Entzündungen des Knochenmarks oder Hirnhautentzündungen (Meningitis) auftreten. Bei Patienten, die beatmet werden müssen, kann eine MRSA-Infektion zu einer Lungenentzündung führen.

Wenn die Entzündung nicht nur einen Körperteil betrifft, sondern sich über die Blutbahn auf ein ganzes Organsystem oder sogar den gesamten Organismus ausbreitet, liegt eine sog. systemische Entzündung vor. Ausgehend von einer lokalen Infektion kann es dann zu Abszessen auch in Körperhöhlen (zum Beispiel in den Gelenken) kommen. Zudem können Keime, die in die Blutbahn gelangen, zu einer Blutvergiftung, führen. Auch eine Entzündung der Herzinnenhaut kann durch MRSA verursacht werden.

Einige Krankenhauskeime, z.B. der Keim Staphylococcus aureus, bilden Giftstoffe, die im Körper zu verschiedenen Symptomen führen können. So kann es zu Blutdruckabfall, Kreislaufversagen, Nierenversagen, Bewusstseinsstörungen und hohem Fieber kommen. In diesem Fällen handelt es sich um das sog. Toxic shock syndrom (TSS), das bei einer  MRSA- Infektion nur selten auftritt.

Weil die Bakterien bei einer MRSA-Infektion gegen die normalerweise wirksamen Antibiotika  resistent sind, bestehen nur wenige Möglichkeiten einer wirksamen Behandlung, so dass  Antibiotika eingesetzt werden müssen, die sonst bei einfachen Infektionen nicht angewandt werden und nur bei der Bekämpfung sehr schwerer Infektionen zum Einsatz kommen. Diese Antibiotika sind aber leider auch sehr oft weniger gut verträglich. Häufig werden auch mehrere Arzneimittel miteinander kombiniert, um den MRSA-Krankenhauskeim zu bekämpfen.

Im Falle einer Besiedlung mit MRSA-Keimen ist es zusätzlich wichtig, eine Sanierung durchzuführen, um künftige Infektionen zu verhindern. Hierbei  sollen die Bakterien von der Haut und Schleimhaut des Patienten entfernt werden. Dies gilt auch für Patienten, die mit MRSA besiedelt sind, bei denen es aber zu keiner Infektion gekommen ist.

Da eine Besiedlung hauptsächlich im Nasen-Rachen-Raum stattfindet, sollen des Weiteren eine  antibiotisch wirksame Nasensalbe und desinfizierende Mundspülungen eingesetzt werden. Bei der Besiedlung der Haut sollen zum Waschen des Körpers antiseptische Seifen und Lösungen verwandt werden.

Drei Tage nach Ende der Therapiemaßnahmen sollen Kontrollabstriche durchgeführt und  eine Untersuchung im Labor vorgenommen werden, um zu überprüfen, ob der MRSA-Freiheit besteht oder nicht.

Bei gesunden Menschen gelingt eine Sanierung in der Regel meist schnell. Im Falle des Bestehens von Risikofaktoren der vorgenannten Art, also z.B. bei einer offenen Wunde, oder einem Katheter, ist die Therapie oft sehr langwierig.

Weitere Informationen erhalten Sie auch auf der Homepage www.rki.de des Robert Koch Institutes zum Stichwort Infektionsschutz.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass auf die vorstehend geschilderten Symptome ärztlicherseits therapeutisch nur unzureichend reagiert wird, sollten Sie nicht nur ein schriftliches Gedächtnisprotokoll anfertigen, sondern auch Ihre Mitpatienten oder Besucher über Ihre Beobachtungen informieren.

Schildern Sie uns Ihren Fall und fügen Sie - wenn möglich - ein solches Gedächtnisprotokoll bei. HAHN Rechtsanwälte unterstützt Sie bei einem Verdacht der Infektion durch einen Krankenhauskeim bei der Durchsetzung Ihrer Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche.