Urteile zum Organisationsverschulden

  • Der hygienische Standard ist insbesondere dann nicht eingehalten, wenn zur Desinfektion verunreinigter Alkohol verwendet wird (BGH, Urteil vom 20.03.2007 – VI ZR 158/06 -).
  • Der Klinikträger muss für einen neonatologischen Notfall innerhalb kürzester Zeit ausreichende organisatorische Vorkehrungen treffen, insbesondere sicherstellen, dass beim Auftreten von Atemnot eines Neugeborenen ein kompetenter Arzt hinzugezogen wird, der die Ursache der gestörten Atmung klären und eine erforderliche Intubation durchführen kann.  Der Klinikträger hat zu regeln, wann eine Säuglingsschwester oder Hebamme ein neugeborenes Kind zu kontrollieren und welchen Arzt das nichtärztliche Klinikpersonal beim Auftreten eines Notfalls zu verständigen hat. Organisatorische Versäumnisse dieser Art rechtfertigen in einer „Gesamtbetrachtung“ den Schluss auf einen groben Behandlungsfehler (OLG Stuttgart, VersR 2001, 1560, 1562 f.)
  • Der Krankenhausträger hat weiter auch neben der Bereitstellung, Überwachung und Kontrolle des qualifizierten Personals den hygienischen und apparativen Standard entsprechend dem jeweiligen Stand naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und ärztlicher Erfahrung der zu Erreichen des Behandlungsziels erforderlich ist zu gewährleisten (BGH NJW 1992, 754).
  • Es stellt weiter ein Organisationsverschulden, wenn bei einer Fremdbluttransfusion mit Hepatitis C verseuchtes Blut verwendet wird (BGH NJW 1991, 1948).
  • Der Krankenhausträger hat sicherzustellen, dass kein übermüdeter Arzt zur Operation eingeteilt wird (BGH NJW 1986, 776).
  • Es ist des Weiteren durch den Krankenhausträger sicherzustellen, dass bei einer Infusion keine unsterile Infusionsflüssigkeit verwendet wird (BGH NJW 1982, 699).